Patientenaufklärung

Körperfettanteil und Bauchumfang: Warum sie wichtig sind

Der BMI ist ein Grundwerkzeug zur Definition von Adipositas, liefert jedoch keine Informationen über die Fettverteilung im Körper. Bauchfett — insbesondere viszerales Fett — erhöht das metabolische Erkrankungsrisiko unabhängig.

Was der Bauchumfang zeigt

Er ist ein indirekter Indikator für die Menge an viszeralem (intraabdominalem) Fett. Viszerales Fett steht in engem Zusammenhang mit Insulinresistenz, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleber.

Risikogrenzen

Männer: ≥102 cm zeigt erhöhtes metabolisches Risiko an

Frauen: ≥88 cm zeigt erhöhtes metabolisches Risiko an

Taille-Hüft-Verhältnis >0,90 bei Männern und >0,85 bei Frauen: erhöhtes Risiko

Körperfettanteil

Kann mittels bioelektrischer Impedanz, DXA und Hautfaltendicke gemessen werden. Sportlich Trainierte können einen hohen BMI bei niedrigem Körperfettanteil haben; bei älteren Menschen kann das Gegenteil der Fall sein. Die Beurteilung sollte daher mehrdimensional erfolgen.

Praktische Empfehlung

Die Adipositas-Bewertung kombiniert BMI + Bauchumfang + Begleiterkrankungen + Laborbefunde. Ein 'geringes' oder 'hohes' Risiko allein aufgrund eines einzelnen Parameters zu beurteilen, ist nicht angemessen.

Quellen

  • WHO — Waist Circumference and Waist–Hip Ratio Report
  • International Diabetes Federation — Metabolic Syndrome Criteria
Medizinischer Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Patientenaufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose, Behandlung oder Operationsentscheidung. Welche Methode für Sie geeignet ist, kann erst nach ärztlicher Untersuchung und den erforderlichen Untersuchungen entschieden werden.

Letzte Aktualisierung: 28.06.2026 · Medizinischer Inhalt: Op.Dr.Gökhan ATEŞ