Entscheidungsfindung

BMI 30–35 und Adipositas-Chirurgie: Wann wird sie erwogen?

Traditionell wurde Adipositas-Chirurgie ab BMI 35 in Betracht gezogen. Die aktualisierten gemeinsamen Leitlinien von ASMBS/IFSO (2022) erlauben jedoch die Bewertung ausgewählter Patient:innen mit BMI 30–34,9 bei Vorliegen metabolischer Erkrankungen.

Aktualisierte Kriterien

Die gemeinsame Erklärung von ASMBS und IFSO (2022) sieht eine Operation ab BMI 35 unabhängig von Begleiterkrankungen vor. Bei BMI 30–34,9 kann eine Operation bei Patient:innen mit unkontrolliertem Typ-2-Diabetes oder schwerer metabolischer Erkrankung erwogen werden.

Berücksichtigte Faktoren

Dauer und Schwere des Typ-2-Diabetes

Vorliegen von Hypertonie, Dyslipidämie

Nicht-alkoholische Fettleber / NASH

Schwere obstruktive Schlafapnoe

Lebensqualitätsbeeinträchtigung durch Gelenkschmerzen

Reaktion auf vorherige Behandlungsversuche

Entscheidungsprozess

Der BMI allein ist unzureichend. Bauchumfang, Körperzusammensetzung, Kontrolle von Begleiterkrankungen, Motivation und vorherige Therapieantworten werden gemeinsam bewertet.

Wichtiger Hinweis

Eine Operation bei niedrigerem BMI ist kein kosmetischer Eingriff. Anwendung außerhalb der anerkannten Indikationen entspricht nicht den regulatorischen Standards. Die Entscheidung ist individuell und folgt einer multidisziplinären Bewertung.

Quellen

  • Eisenberg D et al., 2022 ASMBS/IFSO Indications for Metabolic and Bariatric Surgery
  • ADA Standards of Care in Diabetes — Obesity and Weight Management
Medizinischer Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Patientenaufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose, Behandlung oder Operationsentscheidung. Welche Methode für Sie geeignet ist, kann erst nach ärztlicher Untersuchung und den erforderlichen Untersuchungen entschieden werden.

Letzte Aktualisierung: 28.06.2026 · Medizinischer Inhalt: Op.Dr.Gökhan ATEŞ