Warum kann Reflux nach Schlauchmagen auftreten?
Bei der Schlauchmagen-Operation wird der Magen in eine schlauchförmige, vertikale Struktur umgewandelt. In dieser Struktur kann der Innendruck ansteigen, wodurch der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre erleichtert werden kann. Eine präoperativ nicht erkannte oder nicht behobene Hiatushernie (Zwerchfellbruch) kann das Beschwerdebild zusätzlich verstärken.
Bei manchen Patient:innen besteht Reflux bereits vor der Operation und die Beschwerden können sich danach verstärken. Deshalb sind eine präoperative Endoskopie und eine ausführliche Reflux-Anamnese entscheidend für die Verfahrenswahl.
Rauchen, Alkohol, späte und große Mahlzeiten, säure- und gewürzreiche Speisen, Kaffee sowie das Hinlegen nach dem Essen können die Beschwerden verstärken.
Welche Symptome erfordern besondere Aufmerksamkeit?
Brennen hinter dem Brustbein, saures oder bitteres Aufstoßen, nächtlicher Husten, der aus dem Schlaf weckt, Heiserkeit und ein Kloßgefühl im Hals sind häufig berichtete Beschwerden.
Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken, ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut sowie blutiger oder schwarzer Stuhl erfordern eine zeitnahe ärztliche Abklärung; in diesen Fällen sollte keine Selbstbehandlung mit Medikamenten erfolgen, sondern ärztlicher Rat eingeholt werden.
Diagnose: Erst die Abklärung, dann die Entscheidung
Die obere Endoskopie ist die grundlegende Untersuchung. Dabei werden der Entzündungsgrad der Speiseröhre, das Vorliegen einer Hiatushernie sowie eine Erweiterung oder Verengung des Schlauchmagens beurteilt. Bei auffälligen Stellen kann eine Biopsie entnommen werden.
Passen Beschwerden und Endoskopiebefund nicht zusammen, können funktionelle Tests wie eine 24-Stunden-pH-Metrie und Manometrie angefordert werden. Bei manchen Patient:innen wird die anatomische Struktur zusätzlich mit einer Kontrastmitteldarstellung oder Computertomografie untersucht.
Zudem werden Essgewohnheiten, Mahlzeitenstruktur, Medikamenteneinnahme und Gewichtsverlauf gemeinsam überprüft. Ein Teil der Refluxbeschwerden hängt unmittelbar mit Essverhalten und Portionsgröße zusammen.
Erste Stufe: Lebensstilanpassung und medikamentöse Therapie
Kleine, häufige Mahlzeiten, langsames Essen, das Beenden der letzten Mahlzeit mehrere Stunden vor dem Schlafengehen, das Erhöhen des Kopfendes des Betts, Rauchstopp und die Reduktion auslösender Lebensmittel sind erste Maßnahmen.
Protonenpumpenhemmer, alginathaltige Präparate und bei Bedarf weitere Medikamente werden nach ärztlicher Empfehlung eingesetzt. Dauer und Dosierung der Behandlung werden individuell festgelegt; auch bei längerer Einnahme ist eine ärztliche Kontrolle erforderlich.
Ziel dieser Stufe ist es, die Beschwerden unter Kontrolle zu bringen und die Schädigung der Speiseröhre auszuheilen. Bei vielen Patient:innen ist dieser Schritt bereits ausreichend.
Wann wird eine Revision erwogen?
Anhaltende Beschwerden trotz adäquat dosierter und ausreichend langer medikamentöser Therapie sowie eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität sind die wesentlichen Gründe für eine chirurgische Abklärung.
Der Nachweis einer fortgeschrittenen Ösophagitis, einer Striktur oder eines Barrett-Ösophagus in der Endoskopie wird sorgfältig bewertet, und Kontroll- bzw. Behandlungsplan werden entsprechend festgelegt.
Eine ausgeprägte Hiatushernie, anatomische Probleme im Schlauchmagen oder Reflux in Verbindung mit Gewichtswiederzunahme können die Option einer Operation stärker in den Vordergrund rücken.
Revisionsoptionen
Die Umwandlung in einen Roux-en-Y-Magenbypass ist die am häufigsten erwogene Option bei anhaltendem Reflux nach Schlauchmagen. Ziel ist eine Anatomie, die den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre verringert.
Bei manchen Patient:innen, bei denen ausschließlich eine Hiatushernie vorliegt und der Reflux darauf zurückzuführen scheint, kann eine alleinige Hiatushernien-Reparatur in Betracht gezogen werden.
Revisionsoperationen können im Vergleich zur Ersteingriff technisch anspruchsvoller sein und ein höheres Komplikationsrisiko haben. Die Entscheidung wird daher nach ausführlicher Besprechung von Nutzen und Risiko mit der Patientin oder dem Patienten getroffen. Kein Revisionsverfahren garantiert ein vollständiges Verschwinden der Beschwerden.
Verlauf nach der Revision
Die Ernährung wird erneut stufenweise aufgebaut: Flüssigkeiten, Pürees, weiche und schließlich normale Kost. Dieser Zeitplan variiert je nach Patient:in und Zentrum.
Da Bypass-Verfahren auch die Resorption beeinflussen, sind Substitution und Laborkontrollen von B12, Eisen, Kalzium und Vitamin D lebenslang erforderlich.
Der Verlauf der Beschwerden wird bei den Kontrollen bewertet; bei Bedarf wird die medikamentöse Therapie noch eine Weile fortgeführt.
Quellen
Die Ergebnisse jedes chirurgischen oder interventionellen Eingriffs können von Person zu Person unterschiedlich sein. Es wird empfohlen, vor dem Eingriff eine ausführliche ärztliche Auskunft einzuholen.
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